St. Nikolauskirche | Rodau

Die Kirche Rodau scheint ursprünglich eine bloße Schloßkapelle gewesen zu sein, befindet sie sich doch in Nähe der Rittergutsgebäude. Auch zeigt die sie umgebende Gottesackermauer noch Spuren von Türmen. (Die allerersten Kirchen waren häufig in Rittersitze gebaut worden, da die Gottesdienste der ersten Christen zuweilen von Heiden überfallen wurden.) Vermutlich hielten die Gottesdienste in Rodau die Pfarrer zu Leubnitz. Jedenfalls war die hiesige Parochie (Pfarrbezirk) bis 1613 eine Leubnitzer Filiale.

Die frühere Kirche muss bald nach Beginn des 19. Jh. so baufällig gewesen sein, dass der damalige Pastor fürchten musste, unter ihren Trümmern begraben zu werden. Er machte deshalb Anzeige an die Kircheninspektion, worauf eine Besichtigung erfolgte, die einen Neubau für nötig fand. Die Kirchfahrt weigerte sich, prozessierte, wurde aber zum Neubau gezwungen. Dadurch entstand von 1810 - 1813 der heutige Kirchenbau. Der sei aber außen und innen verpfuscht, wie es in den Unterlagen von Pastor Johann Adam Süß (1838) heißt:


"Das äußere Aussehen verdirbt der Turm, welcher auf dem Dache reitet." Er war ursprünglich vom Grund aus gemauert, hatte aber, fast vollendet, große Risse bekommen. Der Maurermeister Purfürst aus Plauen hatte auf keinen festen Grund sondern auf Gräber gemauert.

"Ob er nun gleich tröstete, daß es dagegen noch tausend Mittel gäbe, so blieb ihm am Ende doch nur eines übrig, nämlich, den Turm bis auf den Grund wieder einzutragen. Hierauf wurde die Mauer herausgerückt, daß sie sich mit den Kirchenwänden verglich, und der Zimmermeister Held aus Tobertitz versprach, einen Turm darauf zu bauen, daß weit und nahe kein solcher stehen sollte. Er hielt Wort. So geschmacklos findet man wohl keinen weiter gebaut. Durch die Veränderung der Kirchenmauern wurde nun die ganze Kirche zu lang und weil man auf dem alten Grund gebaut hatte, zu eng und hoch, so wie da der daraufsitzende Turm unter sich keine Fenster gestattete, um den Altar und die Kanzel zu dunkel. Übrigens ist sie durch 8 lange Fenster leicht und seit der Decoration 1833 freundlich."

Dank umfangreicher Sanierungsarbeiten in den Jahren 1998, 1999 und 2013 erstrahlt das Gotteshaus doch recht ansehnlich in frischem Glanz.



| Schätze im Innern

Der Altar ist aus Holz. Gefertigt hat ihn Tischlermeister Möckel aus Oelsnitz. Ursprünglich war in den Kirchenbau von 1813 der alte Altar aus der früheren Kirche gekommen. Da dieser Bau aber viel höher war und auch die Kanzel in den Altar integriert werden sollte, wurde der alte Altar gänzlich aus seinen architektonischen Verhältnissen gebracht.
"Er stand da wie ein hagerer Riese. Seine Entfernung war mir daher am Herzen gelegen, aber woher sollte ich die Mittel für einen neuen nehmen?..." 100 preußische Taler kostete der neue Möckelsche Altar. Die Summe brachten freiwillige Beiträge auf.

Gemälde hat die Kirche zu Rodau drei. Pastor Johann Adam Süß beschreibt sie in seinen Ausführungen (1838) so:
Die 'Fußwaschung Jesu' auf dem Altar ist leidlich, 'Das Abendmahl' und 'Seht, welch' ein Mensch' an den Wänden zu beiden Seiten des Altars, aber ohne künstlerischen Wert.
 
Gegenüber der Kanzel steht die Orgel, "...ein Werk von acht klingenden Stimmen, ..., das vollkommen seinen Zweck erfüllt."
Sie stammt aus dem Jahre 1814 und ist von den Brüdern Heidenreich aus Hof gefertigt.


Das Taufbecken ruht in einer kelchartigen Vase vor dem Altar. Der große Abendmahlskelch stammt aus Hamburg und ist 1705 von Hans Peter Seifert hierher gebracht und gestiftet worden. Er trägt die Inschrift:

'Jesus Blut macht den Schaden gut, Meister Johannes Seifferth Gott zu Ehren diesen Kelch verehren tut. Anno 1705 Hamburg.



 

 

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